Der Zweiträger-Brückenkran verteilt die Last auf zwei Hauptträger und führt die Katze oben darauf. Diese Bauform erlaubt höhere Tragfähigkeit, größere Spannweiten und intensiveren Betrieb.
Warum zwei Träger
Beim Einträger hängt die Katze am Untergurt; der Hakenweg endet an der Trägerunterkante. Beim Zweiträger sitzt die Katze oben, der Haken steigt bis Trägerhöhe. Der Unterschied kann darüber entscheiden, ob ein langes Teil überhaupt aufgerichtet werden kann.
Der zweite Unterschied ist die Steifigkeit. Ein Zweiträgerkasten widersteht Torsion deutlich besser, was bei hohen Triebwerksgruppen die Ermüdungslebensdauer verlängert.
Tragfähigkeit und Triebwerksgruppe
Der Katalogbereich liegt zwischen 5 und 500 t, der Wert wird projektbezogen festgelegt. Die Triebwerksgruppe wird zwischen FEM 1Am und FEM 5M gewählt. Maßgeblich ist nicht die Tonnage, sondern Betriebsdauer und Lastkollektiv.
Eine zu niedrige Gruppe führt zu früher Ermüdung; eine zu hohe bedeutet, ungenutzte Festigkeit zu bezahlen. Deshalb werden neben der Tonnage auch tägliche Hubzahl und mittleres Lastverhältnis erfragt.
Ausstattungsoptionen
Bei langen oder unsymmetrischen Lasten kann eine zweite Katze auf derselben Brücke fahren. Bei hoher Taktung senken Frequenzumrichter Pendeln und mechanische Spitzenlasten.
Laufstege und Geländer für die Wartung sowie der Kabinenbedarf werden projektbezogen bewertet.
Einsatzbereiche
Stahlbauwerkstätten, Gießereien und Schmieden, Maschinenbau, Wartungshallen von Kraftwerken, Werftwerkstätten.